Leitfaden für Einkäufer

Wuchtgüte von Laufrädern und Rotoren für Einkäufer erklärt

Eine Wuchtgüte wie G6.3 auf der Zeichnung ist ein Geschwindigkeitslimit für den Schwerpunkt des Rotors, festgelegt in ISO 21940-11. Dieser Leitfaden erklärt, was die einzelnen Wuchtgüten bedeuten, wie Sie aus einer Wuchtgüte die zulässige Restunwucht in g·mm berechnen, welche Wuchtgüten ISO 14694 für Ventilatoren vorgibt und was in Ihre Anfrage gehört, damit das Auswuchten gleich beim ersten Mal richtig angeboten wird.

Kurz gefasst

Je kleiner die G-Zahl, desto genauer die Wuchtung.

Jeder Rotor behält nach dem Auswuchten eine gewisse Unwucht. Die Wuchtgüte legt fest, wie viel davon zulässig ist. ISO 21940-11 definiert die Wuchtgüte G als Produkt aus zulässiger spezifischer Restunwucht und maximaler Betriebswinkelgeschwindigkeit, angegeben in mm/s. G6.3 erlaubt, dass sich der Schwerpunkt bei Betriebsdrehzahl mit 6,3 mm/s bewegt, G2.5 nur mit 2,5 mm/s. Die Stufen steigen jeweils um den Faktor 2,5 (G1, G2.5, G6.3, G16, G40 usw.); je kleiner die Zahl, desto strenger die Anforderung. ISO 21940-11:2016 hat ISO 1940-1 ersetzt. Ältere Zeichnungen mit Verweis auf ISO 1940-1 verwenden also dieselben Wuchtgüten.

Von der Wuchtgüte zum Gramm

So berechnen Sie aus der Wuchtgüte die zulässige Restunwucht.

Zwei Größen bestimmen den Wert: die Rotormasse m in kg und die maximale Betriebsdrehzahl n in min⁻¹. Die zulässige spezifische Restunwucht beträgt eper = 9.549 × G / n, in g·mm/kg (zahlenmäßig gleich der Schwerpunktverlagerung in µm). Multipliziert mit der Rotormasse ergibt sich die zulässige Restunwucht Uper = eper × m, in g·mm. Wie Uper auf die Toleranzebenen (meist die Lagerebenen) aufzuteilen ist, regelt ISO 21940-11; bei einem Rotor mit zwei Ebenen und dem Schwerpunkt mittig zwischen den Lagern entfällt auf jede Ebene etwa die Hälfte.

Rechenbeispiel: Rotor mit 1.500 kg und einer maximalen Betriebsdrehzahl von 1.000 min⁻¹
Wuchtgüteeper (g·mm/kg)Uper für den gesamten Rotor (g·mm)
G16152,8229.176
G6.360,290.238
G2.523,935.809
G19,514.324

Derselbe Rotor darf bei G6.3 also rund 90 kg·mm Unwucht behalten, das sind etwa 45 g auf einem Radius von 1.000 mm in jeder der beiden Ebenen. Der Schritt von G6.3 auf G2.5 senkt den zulässigen Wert um 60 %. Das bedeutet in der Regel mehr Wuchtläufe und bei einem Schweißteil eine engere Kontrolle der Geometrie, bevor das Auswuchten beginnt.

Welche Wuchtgüte

Typische Wuchtgüten nach Maschinenart.

ISO 21940-11 nennt Richtwerte für gängige starre Rotoren. Sie sind ein Ausgangspunkt, wenn die Maschinenspezifikation keine Wuchtgüte vorgibt. Die Wuchtgüte auf Ihrer Zeichnung oder in der Spezifikation des OEM hat immer Vorrang.

G16: Brecherteile, Landmaschinen, Antriebswellen wie Gelenk- und Propellerwellen
G6.3: Ventilatoren, Pumpen, Maschinen für Prozessanlagen allgemein
G2.5: Gas- und Dampfturbinen, Turboverdichter, Werkzeugmaschinenantriebe
G1: Schleifmaschinenantriebe

ISO 21940-11 gilt für Rotoren, die sich bei Betriebsdrehzahl starr verhalten. Lange, schlanke Rotoren, die nahe an oder oberhalb einer biegekritischen Drehzahl laufen, sind nachgiebige Rotoren. Für sie gilt ISO 21940-12 mit einem anderen Wuchtverfahren. Ist Ihr Rotor nachgiebig, vermerken Sie das in der Anfrage.

Ventilatoren

Ventilatoren: Wuchtgütekategorien nach ISO 14694.

Für Industrieventilatoren ordnet ISO 14694 die Einsatzfälle Anwendungskategorien zu und verknüpft jede davon mit einer Wuchtgütekategorie von BV-1 bis BV-5, jeweils mit eigener Wuchtgüte G. Dieselbe Norm legt auch Schwingungsgrenzwerte für den Ventilator im Herstellerwerk und am Einsatzort fest.

BV-1 und BV-2: G16
BV-3: G6.3, darunter fallen die meisten Prozessventilatoren in der Industrie
BV-4: G2.5
BV-5: G1

Wenn Sie ein Ventilatorlaufrad als Ersatzteil bestellen, geben Sie die BV-Kategorie oder die Wuchtgüte des ursprünglichen Ventilators an. Maßgeblich ist die Kategorie des kompletten Ventilators, nicht die Größe des Laufrads.

Einzelteil und Baugruppe

Wuchten Sie das Teil, das später tatsächlich läuft.

Ein Laufrad, das einzeln auf einem Wuchtdorn ausgewuchtet wurde, ist noch kein ausgewuchteter Rotor. Passungsspiel, Rundlauffehler des Wellensitzes und die Passfeder bringen beim Montieren zusätzliche Unwucht ein. Legen Sie bei engen Wuchtgüten fest, ob Sie eine Einzelteilwuchtung, eine Wuchtung des montierten Rotors oder beides wünschen. Auch die Passfeder zählt: ISO 21940-32 regelt die Passfederkonvention, üblich ist die Halbkeil-Konvention. Geben Sie an, welche gilt. Sonst stimmt die Wuchtung auf der Maschine, aber nicht in der Pumpe.

Bei geschweißten Laufrädern ist die Reihenfolge so wichtig wie die Wuchtmaschine. Spannungsarmglühen (Wärmebehandlung nach dem Schweißen) vor der Fertigbearbeitung verringert das Risiko, dass sich das Teil nach dem letzten Schnitt verzieht. Die Fertigbearbeitung vor dem Auswuchten beseitigt die Massenfehler, die das Schweißen hinterlässt. Wird das Teil nach dem Auswuchten beschichtet, vereinbaren Sie vorab, ob eine Kontrollwuchtung nötig ist.

Ihre Anfrage

Was in eine Anfrage zum Auswuchten gehört.

Mit diesen acht Angaben kann ein Lieferant das Auswuchten ohne Rückfragen anbieten:

1. Masse: Rotor- oder Teilemasse in kg
2. Drehzahl: maximale Betriebsdrehzahl in min⁻¹
3. Toleranz: Wuchtgüte oder zulässige Restunwucht je Ebene in g·mm
4. Ausgleich: Ausgleichsebenen und zulässiges Verfahren, z. B. Bohren, Schleifen, Anschweiß- oder Anschraubgewichte
5. Umfang: Einzelteilwuchtung, Wuchtung des montierten Rotors oder beides
6. Passfederkonvention: Halbkeil nach ISO 21940-32 oder nach Vorgabe
7. Lagerung: Lage der Lagerzapfen oder der Dorn bzw. die Welle, auf der gewuchtet wird
8. Protokoll: gewünschtes Protokollformat, z. B. Restunwucht je Ebene vor und nach dem Wuchten
Bei First In Service

So wuchten wir aus.

First In Service wuchtet Laufräder, Rotoren und Ventilatorbauteile bis Ø 4.000 mm und 4.000 kg im selben Auftrag wie die Zerspanung dynamisch aus. Für beides ist damit ein Lieferant verantwortlich. Laufräder bis Ø 4.000 mm werden nach EN ISO 3834-2 geschweißt, standardmäßig spannungsarmgeglüht, auf dem Bodenbohrwerk FERMAT WRF 130 oder einer anderen Maschine unseres Maschinenparks fertigbearbeitet und dann ausgewuchtet. Teile bis Ø 2.700 mm können zudem auf der Karusselldrehmaschine SC27 gedreht werden. Schleifen und Polieren übernehmen zertifizierte Partner im Rahmen desselben Auftrags. Senden Sie uns mit Ihrer Anfrage die Wuchtgüte aus Zeichnung oder Spezifikation, und wir legen sie unserem Angebot zugrunde.

Rotierende Bauteile und Auswuchten bei First In Service →

Laufrad oder Rotor auf eine vorgegebene Wuchtgüte auswuchten?

Senden Sie uns die Zeichnung mit Masse, Drehzahl und Wuchtgüte. Ein Ingenieur antwortet innerhalb von 1 Arbeitstag.

Angebot anfordern20-minütiges Gespräch buchen →Leistungsübersicht (PDF)
FAQ

Häufige Fragen zum Auswuchten

Was bedeutet die Wuchtgüte G6.3?

G6.3 ist eine Wuchtgüte nach ISO 21940-11. Das Produkt aus spezifischer Restunwucht und maximaler Betriebswinkelgeschwindigkeit darf 6,3 mm/s nicht überschreiten. Sie ist der übliche Richtwert für Ventilatoren, Pumpen und Maschinen für Prozessanlagen.

Wie berechne ich die zulässige Restunwucht?

Teilen Sie 9.549 × G durch die maximale Betriebsdrehzahl in min⁻¹. Das ergibt die zulässige spezifische Restunwucht in g·mm/kg, die Sie dann mit der Rotormasse in kg multiplizieren. Für einen Rotor mit 1.500 kg bei 1.000 min⁻¹ und G6.3 sind das rund 90.238 g·mm für den gesamten Rotor, bei einem symmetrischen Rotor mit zwei Ebenen etwa die Hälfte je Ebene.

Welche Wuchtgüte brauchen Industrieventilatoren?

ISO 14694 legt sie nach der Wuchtgütekategorie des Ventilators fest: G16 für BV-1 und BV-2, G6.3 für BV-3, G2.5 für BV-4 und G1 für BV-5. Die meisten Prozessventilatoren in der Industrie fallen unter BV-3, also G6.3. Vorrang haben die Ventilatorspezifikation oder die Zeichnung des OEM.

Was gehört in eine Anfrage zum Auswuchten?

Rotormasse, maximale Betriebsdrehzahl, Wuchtgüte oder zulässige Restunwucht je Ebene, Ausgleichsebenen und Ausgleichsverfahren, Wuchtung des Einzelteils oder des montierten Rotors, Passfederkonvention, Lage der Lagerzapfen und das gewünschte Protokollformat.

Wie große Teile kann First In Service auswuchten?

Laufräder, Rotoren und Ventilatorbauteile bis Ø 4.000 mm und 4.000 kg wuchten wir in Tallinn dynamisch aus, im selben Auftrag wie die Zerspanung.

Auf einen Blick

First In Service in Zahlen

Erfahrung: Fertigung seit 2002, First In Service OÜ im Handelsregister seit 2010
Werk: 18.000 m² Produktionsfläche an einem Standort, Valukoja 12, Tallinn, Estland
Max. Bauteilgröße: 35 × 7 × 7 m (L×B×H), 160 Tonnen
CNC-Arbeitsbereich: Ø 2.700 mm, Länge 13.000 mm, Toleranz ±0,02 mm
Schweißen: 135/136, WIG, UP bis 100 mm – EN ISO 3834-2, EN 1090-2
Zertifizierungen: ISO 9001, ISO 14001, EN ISO 3834-2, EN 1090-2, PED 2014/68/EU
Oberflächenbehandlung: Strahlen und Beschichtung nach NORSOK M-501, C5-M
Logistik: Hafen Muuga 20 km, Hafen Paldiski 60 km, Straßenanbindung für Schwertransporte
Reaktionszeit: Antwort innerhalb von 1 Arbeitstag, verbindliches Angebot innerhalb von fünf Arbeitstagen

Kurz gefasst

160 Tonnen. 35 Meter. 20 km vom Hafen. Schwere Schweißkonstruktionen, Präzisionsbearbeitung und Montage unter einem Dach – für Schiffbau, Maschinenbau sowie Anlagen für Wasserstoff und CO₂-Abscheidung. PED, EN 13445, Duplex und Nickelbasislegierungen.

Überblick

Unsere Branchen

Schiffbau, Offshore und Subsea
Wir fertigen und bearbeiten Bauteile, die extremen Drücken und korrosiver Meeresumgebung standhalten. Schweißen, Zerspanung und Korrosionsschutz erfolgen im eigenen Haus; die Beschichtung wird nicht fremdvergeben. Gewicht: 100 kg – 50.000 kg. Abmessungen: Bis 25 × 5 × 5 m (L×B×H). Werkstoffe: Schiffbaustähle, Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Duplex / Superduplex. Oberflächenbehandlung: NORSOK M-501 und C5-M, im eigenen Haus. Klassenzulassungen: DNV, Lloyd's Register, Bureau Veritas, RINA – Umfang projektbezogen. Prüfung: VT, PT, MT, RT.
Öl und Gas / Prozessausrüstung
Ausgelegt, um extreme Betriebslasten sicher aufzunehmen. Wir fertigen zertifizierte Druckbehälter, Tanks, Rohrmodule und Skids nach PED und internationalen Sicherheitsnormen. Dieselbe Kompetenz in Auslegung und Werkstoffen setzen wir bei Anlagen für Wasserstoff und CO₂-Abscheidung ein: Druckbehälter nach EN 13445 und PED aus Duplex, Superduplex und Nickelbasislegierungen. Auslegung: EN 13445 / PED 2014/68/EU. Gewicht: 200 kg – 25.000 kg. Abmessungen: Bis 25 × 5 × 5 m (L×B×H). Werkstoffe: Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Duplex, Superduplex. Prüfung: VT, PT, MT, RT.
Rotierende Bauteile und Wellen
Nach Zeichnung gefertigt für Pumpen, Verdichter, Ventilatoren, Turbinen und Stromerzeugung: Laufräder bis Ø 4.000 mm, Rotoren, Wellen bis 3.250 mm, Gehäuse sowie Ventilator- und Gebläsebauteile. Geschweißte Teile werden spannungsarmgeglüht, rotierende Teile im selben Auftrag dynamisch ausgewuchtet. Gewicht: 10 kg – 5.000 kg. Abmessungen: Ø 500 – Ø 4.000 mm. Wuchten: Bis Ø 4.000 mm und 4.000 kg. Werkstoffe: Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Duplex / Superduplex, Titan. Prüfung: VT, PT, MT, RT.
Zellstoff- und Papierindustrie
Präzise gefertigte Ersatzteile und kritische Prozesskomponenten für Anlagen im Dauerbetrieb. Auslegung: EN 13445 / PED 2014/68/EU. Gewicht: 200 kg – 25.000 kg. Abmessungen: Bis 25 × 5 × 5 m (L×B×H). Werkstoffe: Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Duplex. Prüfung: VT, PT, MT, RT.
Bergbau und Maschinenbau
Schwere Maschinenbaugruppen aus verschleißfesten Stählen für extreme Einsatzbedingungen. Komponenten: Maschinenbaugruppen, Tragrahmen, Förderelemente. Werkstoffe: gehärtete und verschleißfeste Stähle. Einsatzbedingungen: Schlagbeanspruchung, abrasive Umgebung. Prüfung: VT, PT, MT.
Verteidigungsindustrie
Präzisionsfertigung streng regulierter, einsatzkritischer Komponenten für den Verteidigungssektor – mit lückenloser Rückverfolgbarkeit und strenger Qualitätskontrolle. Schwerpunkt: einsatzkritische Präzisionskomponenten. Anforderungen: lückenlose Rückverfolgbarkeit, strenge Qualitätskontrolle. Leistungen: Schweißen, Zerspanung, Montage nach Militärstandards.

Was für uns spricht

Bewährt in anspruchsvollen Branchen
Wir sind ein spezialisierter Lohnfertiger und Zulieferer für den Schwermaschinenbau und liefern präzise geschweißte, mechanisch bearbeitete und montierte Produkte für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.
Frühe DFM-Prüfung
Bevor wir nach Zeichnung fertigen, prüfen unsere Fertigungsingenieure die Konstruktion auf Fertigungsgerechtheit (DFM). Sie erkennen mögliche Fehlerquellen, optimieren die Schweißfolge und senken so Ihre gesamten Fertigungskosten.
Zertifizierte Qualitätssysteme
Wir arbeiten nach ISO 9001, ISO 14001, EN ISO 3834-2 und EN 1090-2 und erfüllen die Dokumentationsanforderungen der Druckgeräterichtlinie (PED).
Lückenlose Rückverfolgbarkeit
Wir garantieren die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Werkstoffe vom Prototyp bis zur Serie. Die Schweißnähte prüfen zertifizierte Partner mit ZfP (VT, PT, MT, UT).
Fläche und Krankapazität
Mit 18.000 m² Produktionsfläche und einer Krankapazität von bis zu 160 Tonnen richten wir unsere Kapazitäten nach Ihrem Terminplan aus und bewältigen auch sehr große Bauteile.
Hafenanbindung für Schwertransporte
Unser Werk in Tallinn liegt 20 km vom Hafen Muuga und 60 km vom Hafen Paldiski entfernt, mit direkter Straßenanbindung für Schwertransporte abseits des Stadtverkehrs. Übermaßteile bis 160 Tonnen gehen per Ro-Ro nach ganz Europa und Skandinavien.
Umweltverantwortung
Abfälle, Chemikaliensicherheit und Emissionen steuern wir aktiv als Teil unseres nach ISO 14001 zertifizierten Betriebs.